Wie viel Steuern zahle ich auf Aktiengewinne?
Als aktiver Anleger ist es wichtig, sich über die verschiedenen Steuern und Abgaben im Zusammenhang mit dem Aktienhandel zu informieren. Die Kenntnis der Steuern und Abgaben hilft Dir, die Rendite Deiner Anlage zu optimieren und unerwartete Ausgaben zu vermeiden. In diesem Artikel werden wir die verschiedenen Arten von Steuern und Abgaben beim Aktienhandel erläutern und Dir zeigen, wie Du Deine Steuerbelastung minimieren kannst.
Abgeltungssteuer (früher Kapitalertragssteuer)
Die Abgeltungssteuer die bis 2010 noch Kapitalertragssteuer hieß, ist eine Steuer, die auf Kapitalgewinne aus dem Verkauf von Aktien oder anderen Wertpapieren erhoben wird. Die Höhe der Abgeltungssteuer variiert je nach Land und kann auch von anderen Faktoren wie dem Einkommen des Anlegers abhängen.
In Deutschland beträgt die Abgeltungssteuer / Kapitalertragssteuer derzeit 25 Prozent.
Die Abgeltungssteuer wird automatisch von Deinem Broker oder Bankkonto abgezogen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Abgeltungssteuer nur auf den Gewinn fällig wird, den Du bei der Veräußerung Deiner Aktien erzielst. Wenn Du Verluste machst, kannst Du diese Verluste mit anderen Kapitalgewinnen verrechnen.
Zudem muss man wissen, dass die Abgeltungssteuer nur auf Kapitalerträge fällig wird, die über einem Freibetrag liegen. In Deutschland beträgt der Freibetrag derzeit 1.000 Euro pro Person und Jahr. Wenn Deine Kapitalerträge unter diesem Betrag liegen, musst Du keine Abgeltungssteuer zahlen.
Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag bei Aktien
In einigen Ländern, wie Deutschland, müssen Anleger auch Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag auf ihre Kapitalerträge zahlen. Die Kirchensteuer ist eine Abgabe, die von Mitgliedern der Kirche gezahlt wird, um die Aktivitäten der Kirche zu finanzieren. Der Solidaritätszuschlag ist eine zusätzliche Abgabe, die in Deutschland erhoben wird, um die Wiedervereinigung des Landes zu finanzieren. Seit 2022 müssen diese jedoch nur noch ca. 5% der einkommensstärksten Haushalte in Deutschland zahlen.
In Deutschland beträgt die Kirchensteuer in der Regel 8 oder 9 Prozent der Kapitalerträge, je nachdem in welchem Bundesland Du lebst. Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5 Prozent der Kapitalerträge.
Auch hier gilt, dass Du die Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag nur auf Deinen Kapitalgewinn zahlen musst, nicht auf Dein gesamtes Einkommen. Die Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag werden ebenfalls automatisch von Deinem Broker oder Bankkonto abgezogen.
Transaktionskosten beim Aktienhandel
Neben Steuern und Abgaben müssen Anleger auch Transaktionskosten beim Kauf und Verkauf von Aktien berücksichtigen. Transaktionskosten umfassen in der Regel Gebühren für den Broker, Provisionen und andere Ausgaben, die mit dem Kauf oder Verkauf von Aktien verbunden sind.
Hohe Transaktionskosten mindern die Rendite Deiner Anlage erheblich. Wenn Du beispielsweise eine Aktie kaufst, die um 100 Euro gehandelt wird, und der Broker eine Provision von 5 Euro verlangt, musst Du eine Rendite von mindestens 5 Prozent erzielen (bzw. die Aktie muss um 5% steigen), um die Transaktionskosten zu decken.
Wichtig: Du zahlst bei den meisten Anbietern einen pauschalen Betrag für den trade. Das bedeutet, wenn Du Aktien für 100,- Euro kaufst bezahlst Du die Gebühr genauso so, wie wenn Du für 10.000 Euro Aktien kaufst. Je niedriger Deine Käufer vom Volumen her sind, desto relevanter werden die Gebühren und evlt. Transaktionskosten an den Börsen für die Kalkulation. Inzwischen gibt es aber viele neue und günstige Aktienbroker wie z.B. Trade Republik, die das traden für nur einen Euro möglich machen.
Verlustverrechnung bei Aktien
Eine Möglichkeit, die Steuerbelastung beim Aktienhandel zu minimieren, ist die Verlustverrechnung. Wenn Du beispielsweise Verluste bei einem Verkauf von Aktien erzielst, kannst Du diese Verluste mit anderen Kapitalgewinnen verrechnen, um Deine Steuerlast zu reduzieren.
In Deutschland können Verluste aus dem Aktienhandel auch als Verlustvortrag geltend gemacht werden. Dies bedeutet, dass Du Verluste aus dem Vorjahr mit Kapitalgewinnen im laufenden Jahr verrechnen kannst.
Das Wichtigste zu Steuern und Aktien:
Die Kenntnis der verschiedenen Steuern und Abgaben beim Aktienhandel ist für Anleger von entscheidender Bedeutung, um die Rendite ihrer Anlagen zu maximieren. Du solltest die verschiedenen Steuern und Abgaben verstehen und berücksichtigen, wenn Du eine Anlagestrategie entwickelst. Indem Du Deine Transaktionskosten minimierst, Verluste verrechnest und den Freibetrag für die Abgeltungssteuer nutzt, kannst Du Deine Steuerlast reduzieren und Deine Rendite maximieren.